Medien selber machen: Essen hat auch eine politische Dimension

Infokasten von Nehle Hoffer, entstanden auf einem Seminar der Reihe Medien selber machen

Ehemalige „Kolonialwaren“ wie Kaffee, Kakao und Tee werden überwiegend in der „Dritten Welt“ angebaut. Viele Entwicklungsländer sind auf den Export eines einzigen Produktes angewiesen. Gleichzeitig werden die Preise für die Exportwaren nicht von den Erzeugern bestimmt, sondern von der Börse diktiert. Die Bauern können von den Erlösen des Verkaufs kaum leben, während die verschiedenen Zwischenhändler große Gewinne machen.

Auch bei fair trade orientiert sich der Preis am Markt. Allerdings werden Zwischenhändler ausgeschaltet, und den Bauern wird ein Zuschlag gezahlt. Teeplantagenbesitzer bekommen im Rahmen des fairen Handels ein bis zwei Euro pro Kilo mehr. Kakaoanbauer erhalten für eine Tonne Kakao maximal 15 Prozent mehr als der aktuelle Weltmarktpreis ausmachen würde. Übersteigt dieser das Limit von 1500 Dollar pro Tonne, werden die Aufschläge gesenkt. So bleibt der Kaffeepreis für den Verbraucher relativ gering, während 15 Prozent mehr Lohn für die Bauern viel ausmachen.

Fair-trade-Organisationen haben sich die Unterstützung des ökologischen Anbaus auf die Fahnen geschrieben. Sie beraten die Bauern, helfen bei der Umstellung von konventionellem Anbau auf ökologischen und zahlen Prämien. Pro Tonne Bio-Kakao bekommt der Bauer 300 Dollar mehr.

Allgemein verbindliche Richtlinien für fairen Handel gibt es noch nicht. Eine Garantie liefert allerdings das „Transfair“-Gütesiegel.

Anmerkung: Dieser Text ist auf einem Seminar der Reihe Medien selber machen entstanden. Auf diesen Seminaren geht es meist ums Schreiben und Redigieren, während Zahlen, Namen und Ähnliches fiktiv sein können. Sämtliche Daten, Personen und Aussagen in diesem Text sollten daher als ausgedacht behandelt werden!